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5 Jahre Laudato si

VOM 25.05.2020


5 Jah­re Enzy­kli­ka Lau­da­to si´– an ihren Taten wer­det ihr sie erkennen!

Die Situa­ti­on der Erde, ​„unse­res gemein­sa­men Hau­ses“, das The­ma Kli­ma­wan­del und damit ver­bun­den das Schick­sal der Armen ist mit der
Enzy­kli­ka Lau­da­tio si‘ von Papst Fran­zis­kus zu einem zen­tra­len The­ma gemacht wor­den. Er hat die Wis­sen­schaft mit ins Boot geholt und die Lage des Pla­ne­ten kor­rekt belegt. Ein päpst­li­ches Lehr­schrei­ben, ein­ma­lig und klar, mit einer poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Spreng­kraft, wie es sie vor­her noch nicht gege­ben hat. Ihr wird auch ein wesent­li­cher Ein­fluss auf die Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung der Ver­ein­ten Natio­nen, wie auch des Pari­ser Kli­ma­ab­kom­men zuge­spro­chen. Bei­de Ver­ein­ba­run­gen wur­den ja eben­falls im Jahr 2015 ausgehandelt.

Papst Fran­zis­kus lässt auch nicht locker, ermahnt immer wie­der, wie z.B. die Kli­ma­kon­fe­renz­teil­neh­mer 2019 ​„wehe, wenn sich das Zeit­fens­ter schließt“. 

Die in Lau­da­to si‘ ange­spro­che­nen The­men wer­den schließ­lich auch im Apos­to­li­schen Schrei­ben Queri­da Ama­zo­nia vom 2. Febru­ar 2020 kon­kre­ti­siert. Auch hier stellt Papst Fran­zis­kus eine sozia­le, eine kul­tu­rel­le, eine öko­lo­gi­sche und eine kirch­li­che Visi­on in den Mit­tel­punkt und beschreibt Wege der Umkehr. Wie­der ver­deut­licht er, dass der Schutz der Öko­sys­te­me und die Sor­ge für die Men­schen, die Situa­ti­on der Armen und Unter­drück­ten unmit­tel­bar mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Er ruft auf, ​„sorg­sam und respekt­voll mit der Schöp­fung zu leben, im kla­ren Bewusst­sein ihrer Gren­zen, das jeden Miss­brauch ver­bie­tet“ (QA 42). Dazu gehört so Papst Fran­zis­kus, ​„einen ande­ren Lebens­stil anzu­neh­men, der weni­ger uner­sätt­lich ist, ruhi­ger, respekt­vol­ler, weni­ger ängst­lich besorgt und brü­der­li­cher ist“ (QA 58).
 
Mit den ​„Zehn The­sen zum Kli­ma­schutz“, im Jahr 2019 von Rat der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz ver­ab­schie­det, for­mu­liert man auch hier­zu­lan­de ein­deu­ti­ge Posi­tio­nen und spricht sich für kla­re­re Emis­si­ons­zie­le, Erhö­hung des CO2-Prei­ses und den Abbau kli­ma­schäd­li­cher Sub­ven­tio­nen aus. 

Die Deutsch Bischofs­kon­fe­renz hat schließ­lich mit den ​„Hand­lungs­emp­feh­lun­gen zu Öko­lo­gie und nach­hal­ti­ger Ent­wick­lung für die deut­schen (Erz-)Diözesen“ kon­kre­te und ambi­tio­nier­te For­de­run­gen gestellt. Sie berüh­ren Ange­le­gen­hei­ten der Pas­to­ral, des diö­ze­sa­nen Ver­wal­tungs­han­delns und des gesell­schaft­li­chen Engagements. 

Mit den im Bis­tum Pas­sau neu for­mu­lier­ten ​„Leit­li­ni­en für Öko­lo­gie, Gemein­wohl­öko­no­mie und Gesell­schafts­ent­wick­lung“, ver­pflich­ten wir uns selbst für nach­hal­ti­ges öko­lo­gi­sches Han­deln im Sin­ne der Gemeinwohlökonomie.

Beschlüs­se fas­sen, Emp­feh­lun­gen aus­spre­chen Leit­li­ni­en for­mu­lie­ren – das alles ist gut und Recht – was aber spre­chen muss, das sind Taten. Wor­an wol­len wir uns als Kir­che mes­sen las­sen, die­se Fra­ge müs­sen wir uns sel­ber stel­len. An ihren Taten wer­det ihr sie erken­nen, heißt es in der Bergpredigt.

Durch kon­kre­tes und kla­res han­deln Glaub­wür­dig­keit ver­die­nen in der heu­ti­gen Zeit, das muss Ziel unse­res Tuns sein. Da dür­fen wir es nicht bei den State­ments und Emp­feh­lun­gen belas­sen, da dür­fen wir auch als Chris­tin­nen und Chris­ten die Kir­chen­obe­ren die das for­mu­liert haben nicht allein lassen.

Da sind wir alle als Gemein­schaft der Glau­ben­den gefragt, jede und jeder Ein­zel­ne. Vor Ort, in der eige­nen Fami­lie, in der Pfar­rei, im öffent­li­chen Leben im eige­nen Tun und Han­deln. Denn mit meh­re­ren tau­send per­sön­lich getrof­fe­nen Kauf­ent­schei­dun­gen jähr­lich (laut Bun­des­um­welt­amt), beein­flus­sen wir maß­geb­lich, wie Wirt­schafts­kreis­läu­fe funk­tio­nie­ren. In sei­ner Enzy­kli­ka for­dert Papst Fran­zis­kus ​„der Mensch muss sich ändern“ – dann ver­än­dert sich die gan­ze Situa­ti­on, die Ein­stel­lung zu Gott, zur Schöp­fung und zu den Mitmenschen“.

Unser Kon­sum­ver­hal­ten in der Kir­che kri­tisch hin­ter­fra­gen so heißt es auch in der Prä­am­bel der Hand­lungs­emp­feh­lun­gen der deut­schen Bischö­fe. Als Kir­che sind wir ein gro­ßer ​„wirt­schaft­li­cher Play­er“ – sehr wohl in der Lage mit unse­ren inner­kirch­li­chen Kauf­ent­schei­dun­gen wirt­schaft­li­che Grund­hal­tun­gen bei Erzeu­gung und Pro­duk­ti­on zu beeinflussen.

Beein­flus­sen nach den Prin­zi­pi­en der Gemein­wohl­öko­no­mie. Men­schen­wür­de und fai­re Bezah­lung in der Pro­duk­ti­ons­ket­te, Soli­da­ri­tät und Gerech­tig­keit, öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit bei der Erzeu­gung und Trans­pa­renz und Mit­be­stim­mung, das sind die Grund­zü­ge einer zukünf­ti­gen Ent­wick­lung. Das bedeu­tet, sel­ber kor­rek­ter wer­den und auch im kirch­li­chen All­tag kon­se­quent umset­zen. Die Bis­tums­ver­ant­wort­li­chen in die Pflicht neh­men und end­lich umsteuern.

Wich­ti­ge Schrit­te dazu sind ein ethisch kor­rek­ter Kon­sum, das Über­den­ken aller Kauf­ent­schei­dun­gen, öko­lo­gi­sche ange­pass­te Rei­se­tä­tig­keit und durch­dach­tes Mobi­li­täts­ver­hal­ten, nach­hal­ti­ge Inves­ti­ti­on bei der Beschaf­fung, kon­se­quen­te Nut­zung rege­ne­ra­ti­ver Ener­gien. Und immer wie­der die Fra­ge stel­len, wie bei unse­ren Fas­ten­ak­tio­nen ​„Braucht´s des wirklich?“. 

Trau dich, o Chris­ten­heit – so beschreibt es der der Kolum­nist Rezo bei ZEIT ONLINE. Und stellt auch gleich­zei­tig in Fra­ge ob wir als Kirche(n) in den Medi­en über­haupt aus­rei­chend prä­sent sind – in der Öffent­lich­keit über­haupt wahr­ge­nom­men werden. 

Die Zeit nach Coro­na gibt Gele­gen­heit umzu­steu­ern und neue Wege zu gehen. Die Rück­kehr zur Nor­ma­li­tät muss eine ande­re sein. Wirt­schaft und Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se müs­sen so gestal­tet wer­den, dass sie ein men­schen­wür­di­ges Leben für alle gewähr­leis­ten und auch zukünf­ti­gen Genera­tio­nen gerecht wer­den. Die natür­li­chen Res­sour­cen müs­sen geschützt wer­den, Kreis­lauf­wirt­schaft und regio­na­le Wert­schöp­fung im Vor­der­grund ste­hen. Schöp­fung und Umwelt dür­fen nicht mehr rück­sicht­los wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen geop­fert wer­den. Kli­ma­schutz müs­sen wir genau­so ernst neh­men wie das Coro­na Virus und ent­schlos­sen und welt­um­span­nend handeln.

 

Text: Josef Holzbauer

-> Gebet zu Laudato si

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