"Gott und den menschen nahe" - Aktives Kirchenleben in Coronazeiten

Trotz einer Lockerung der Ausgangsbeschränkungen und dem schrittweisen Hochfahren von Gottesdiensten ist die Rückkehr zu einem gewohnten Kirchenleben noch weit entfernt.

 

Als Pfarrgemeinderat haben Sie vielleicht in den letzten Wochen einen eigenen Weg gefunden, um miteinander in Kontakt zu bleiben. Vielleicht nutzen Sie dazu die modernen Kommunikationmittel wie Audio- oder Videokonferenzen. Seien Sie ruhig mutig und wagen Sie sich an die neuen, meist auch ungewohnten Mittel heran. Sich miteinander einen für alle gangbaren Weg zu erarbeiten kann auch für die zukünftige Arbeit im Pfarrgemeinderat hilfreich sein.

 

Wir möchten Sie dazu ermutigen, sich miteinander auszutauschen, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu überlegen, wie eine zeitgemäße Pastoral aussehen kann.

 

Auf dieser Seite haben wir einige Ideen gesammelt, die auch in Ihrer Pfarrei umsetzbar sind.

  •  "Geistliche Hausapotheke": Viele Gemeindemitglieder können aufgrund von Einschränkungen die Gottesdienste nicht besuchen. Aber auch sie wollen sich mit dem Wort Gottes auseinandersetzen und gemeinsam in der Familie beten. Richten Sie in der Pfarrkirche einen Tisch ein, auf dem Vorschläge für Hausgottesdienste (auch zu finden auf der Homepage des Bistums Passau), Gebete und geistliche Impulse ausliegen. Vielleicht kann auch Ihr Ortspfarrer seine wöchentliche Predigt auflegen. Diese Texte können dann von Interessierten während der Öffnungszeiten der Kirchen mitgenommen werden.

 

  • Stellen Sie in oder vor der Kirche eine Box für Gebetsanliegen auf, die dann in die Gottesdienste eingebracht werden können.Oder wie wäre es mit einer schön gestalteten Fürbittwand in der Kirche, an der die Mitglieder der Kirchengemeinde ihre Fürbitten anheften können?

 

  • Errichten Sie einen Gebetsweg rund um die Kirche, bei dem an z. B. fünf Stationen Impulse zum persönlichen Gebet zu finden sind.

 

  • Erstkommunionen und Firmungen werden heuer wahrscheinlich nicht stattfinden. Aber wir sollten die Erstkommunionkinder und Firmlinge nicht vergessen, sondern ihnen zeigen, dass sie uns wichtig sind! Überlegen Sie sich kleine Aktionen, z. B. eine Malaktion für Kommunionkinder zu einem Thema (z. B. Pfingsten). Die Bilder könnten dann in der Kirche ausgestellt werden. Oder verteilen Sie einen Brief mit Sonnenblumenkernen mit einigen spirituellen Gedanken dazu an die Firmlinge. Vielleicht gibt es ja dann in einigen Wochen die Prämierung der höchsten Sonnenblume.

 

  • Ermuntern Sie Ihre Pfarreimitglieder dazu, jeden Tag um 20.00 Uhr eine brennende Kerze ins Fenster zu stellen, als Zeichen des Gebets füreinandern.

 

  • Auch in den Alten- und Pflegeheimen findet eine Lockerung des Kontaktverbotes statt. Aber es gibt immer noch genügend ältere oder kranke Menschen, die sich über ein Zeichen der Nähe freuen würden. Sie könnten z. B. die Kirchengemeinde dazu aufrufen, Papierblumen zu basteln, die dann in einem Korb in der Kirche gesammelt werden und anschließend mit einem kleinen Begleitbrief an die Menschen in den Heimen, aber auch an die älteren Gemeindemitglieder verteilt werden.

 

  • Sie haben in den Reihen Ihres Pfarrgemeinderates Mitglieder, die gerne für ein Gespräch zur Verfügung stehen würden? Dann nutzen Sie diese wertvolle Möglichkeit! Gestalten Sie einen Flyer (Beispiel siehe hier), mit dem Sie die Menschen in Ihrer Gemeinde über diese Möglichkeit informieren können.

 

  • Sehr belastend ist diese Zeit vor allem für Menschen, die einen Angehörigen oder guten Freund verloren haben. Beerdigungen sind nur unter erschwerten Bedingungen möglich und vielen bleibt es verwehrt, Abschied nehmen zu können. Doch auch die Trauer braucht ihren Raum. Das Bistum Augsburg hat hier gute Vorschläge erarbeitet. Vielleicht ist eine Anregung dabei, die sich in Ihrer Pfarrei umsetzen lässt.

 

  • Als Pfarrgemeinderat kann man sich auch gut zu zweit oder dritt treffen und z. B. bei einem Spaziergang über die aktuelle Situation reden oder Ideen für die Weiterarbeit sammeln.Wenn wieder Sitzungen möglich sind, könnten folgende Fragen als Einstieg dienen:- Wie wollen wir weiterarbeiten?- Welche Erfahrungen haben wir in den vergangenen Wochen/Monaten gemacht?- Was sehe ich für unsere Pfarrei künftig als besonders wichtig an?- Zu welchen Themen/Herausforderungen als Kirche vor Ort denke ich anders als noch Anfang des Jahres?

 

Sie sehen, es gibt viele Ideen, um auch in Coronazeiten kirchliches Leben aktiv und bunt zu gestalten. Vielleicht spricht Sie ja die eine oder andere Idee an, vielleicht haben Sie aber auch in Ihrer Pfarrei bereits etwas ausprobiert, das Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen in den Pfarrgemeinderäten gerne weitergeben würden.

 

Wir möchten Sie einladen, uns Ihre Erfahrungen und Ideen mitzuteilen. Vielleicht haben Sie auch Bilder oder Presseartikel davon. Senden Sie diese bitte am besten per E-Mail an ">.

Auf dieser Seite wäre noch genügend Platz, um sie zu veröffentlichen!

 

 


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Gedanken in Zeiten der Corona-Pandemie

Zur Zeit verläuft unser Leben verlangsamt und in vielen Bereichen stark eingeschränkt. Dies gibt uns aber auch die Zeit und Möglichkeit, über uns und unser Leben nachzudenken.

Domkapitular Manfred Ertl hat sich Gedanken zu den Wüsten in unserem Leben gemacht, die Sie hier nachlesen können.


Kommunionandacht der Pfarrei Aicha v. Wald

Die eigentlich für den "weißen Sonntag" geplante Feier der Erstkommunion in der Pfarrei Aicha v. Wald musste aufgrund der Coronapandemie leider abgesagt werden. Der Pfarrgemeinderat hatte aber eine Idee, wie man den Kommunionkindern trotzdem einen schönen Tag bereiten könnte.

Per Videoübertragung wurde eine feierliche Kommunionandacht gemeinsam mit den Kommunionkindern und deren Eltern gefeiert. Präsent waren die Kinder durch ihre Portraitbilder rund um den Altar.

Ein Bericht über diese Aktion ist im Bistumsblatt Nr. 20 zu finden.

 

 

Foto: B. WestermeierPfarrei Aicha v. Wald.jpg


200408-0218-29-79831094-p1390543-ostergru-pfarrei.jpg    Foto: Spielhofer

Eindrücke aus der Pfarrei Halsbach von Martin Winklbauer:

Unsere „Sitzungen“ haben wir als Telefon-Konferenzen abgehalten.

Teilweise spontan um aktuelle Fragen zu klären, teilweise mit vorher versendeter Tagesordnung.

Bei Sterbefällen hat sich ein Ehepaar bereit erklärt in der Kirche eine Kerze zu entzünden während die Sterbeglocke geläutet wurde. Danach haben sie zu zweit den Sterberosenkranz gebetet. Dies wurde den engsten Angehörigen mitgeteilt und sie konnten sich dem Gebet anschließen.

Bei den ersten Gottesdiensten, am vergangenen WE haben wir die Verstorbenen noch einmal in unsere Mitte geholt. Vor den jeweiligen Sterbebildern eine Kerze angezündet und die Namen nochmal genannt.

Nur kleine Gesten, aber für viele tröstend.

Pfarrbriefe:

Uns war es ein Bedürfnis, gerade in der Zeit der Ausgangsbeschränkung mit den Leuten in Verbindung zu kommen,

Da keine Gottesdienstordnungen mehr abgedruckt werden können, haben wir den Pfarrbrief auf weitere Informationen und praktische Anregungen umgestellt.

Den Osterpfarrbrief haben wir in Halsbach zusammen mit einem „Ostergruß von der Pfarrei“ verteilt.

(Eine Papiertüte in der neben Pfarrbrief ein geweihter Palmzweig, Osterei, kl. Ostererze, was Süßes, Vorlage für Hausgottesdienst und ein Infoblatt der politischen Gemeinde)

Das Präsent wurde an die Haustüren aller Bewohner gehängt (egal welcher Konfession, bzw. Glauben)

Einkaufshilfen und Ansprechpartner bei allen kleinen und großen Anliegen waren für uns selbstverständlich und wurden und werden rege angenommen.

In der „Bittwoche“ wird Ludwig Raischl, stellvertreten für alle Pfarrangehörigen die entfallene Wallfahrt des Pfarrverbandes nach Altötting pilgern. In den „Kummerkästen“ können Leute ihre Gebetsanliegen einwerfen und Ludwig wird sie bei einem Gottesdienst in Altötting vor den Altar bringen.

So sind wir unterwegs, wie die vielen Pfarreien der Diözese und versuchen unser Bestes.

-> Bericht in der PNP

-> Pfarrbrief Ostern Halsbach 2020

-> Pfarrbrief Pfingsten Halsbach 2020
 

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